Vibes & Bytes: Kulturwandel (3)

Shownotes

Kulturwandel ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess kontinuierlicher Weiterentwicklung. In der dritten Folge von Vibes & Bytes ist Simone Froitzhuber-Wagner bei uns zu Gast und spricht mit uns über das Thema Kulturwandel. Digitalisierung und KI verändern die Geschwindigkeit, Entscheidungsfindung und Erwartungen an die Verwaltung grundlegend. Simone spricht über die damit verbundenen Herausforderungen – von Governance bis hin zu Akzeptanz und Führung – und zeigt auf, warum Kulturwandel und Digitalisierung untrennbar zusammengehören.

Simone Froitzhuber-Wagner leitet den Stab People & Culture bei der BITBW, dem auch wir Hosts angehören.

Unser LinkedIn-Profil: https://de.linkedin.com/company/it-baden-w%C3%BCrttemberg-bitbw Unsere Webseite:https://bitbw.de/

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00:00:01: Eigentlich ist die Kultur das, was am schwersten zu verändern ist, weil eine Struktur kann man aufbauen und die Kultur folgt daraus.

00:00:08: Digitalisierung, KI im weitesten Sinne, verändert halt wahnsinnig das Tempo, zum Beispiel von der Entscheidung.

00:00:15: Ich glaube nicht, dass sozusagen Digitalisierung und Transformation per se nicht zur Verwaltung passt.

00:00:29: Klingt nach Amt.

00:00:30: Denkt man zumindest.

00:00:31: Dann lass uns damit mal aufräumen.

00:00:32: Ihr seid hier bei Wipes & Bytes, der

00:00:34: Podcast der IT-Landesoberbehörde aus Baden-Württemberg.

00:00:37: Dann let's go!

00:00:47: Herzlich willkommen zur dritten Folge Wipes & Bytes.

00:00:50: Wir sind

00:00:51: Marvin Schenzelos

00:00:52: und Lena Scherner.

00:00:55: Ja, in den vergangenen Folgen, da wurde das Thema immer wieder angesprochen auch von unseren Gästen und deswegen widmen wir heute, wir haben es ja versprochen auch, eine ganze Folge diesem Thema.

00:01:05: Es geht heute um den Kulturwandel.

00:01:07: Genau, und dafür haben wir einen Gast da, das ist Simone Freudz über Wagner.

00:01:11: Stelle ich doch einfach mal kurz vor.

00:01:12: Hallo, vielen Dank.

00:01:13: Also erst mal für die Einladung.

00:01:15: Wie gesagt, ich bin Segurne Frau Zuber-Wagner.

00:01:17: Ich arbeite seit dem ersten Jahr seit dem ersten Jahr nur in der BIT-BW.

00:01:28: Ich leite und war vorher im Leitungsstab.

00:01:32: Und bevor ich in der BIT-BW gestartet bin, war ich aber nicht in der Verwaltung.

00:01:40: Eine Quereinsteigerin, wie immer ein bisschen.

00:01:43: Wie

00:01:44: alle unsere Gäste.

00:01:45: Das sieht

00:01:45: sich durch bei euch.

00:01:46: Scheint was

00:01:46: zu sein.

00:01:47: Du hast gerade erwähnt.

00:01:48: Star People in Culture.

00:01:50: Ungewöhnlicher Name für eine Behörde, würde ich sagen.

00:01:52: Total, auch ungewöhnlicher Stab oder ungewöhnlicher Bereich für eine Behörde.

00:01:56: Erzähl doch mal, was ist das, was passiert da, warum?

00:02:01: Also Kulturwandel und auch ... Culture ist gar nicht so neu in der BitBW, beschäftigen uns ehrlich gesagt schon ein paar Jahre damit.

00:02:08: Und wir haben es vorher aus dem Leitungsstab herausgemacht.

00:02:12: Also ich habe vor, das Team Veränderungsmanagement und Unternehmenskommunikation, nee andersrum, Unternehmenskommunikation, Veränderungsmanagement geleitet.

00:02:21: Und so ein bisschen aus dem Gedanken heraus, wie kann es gelingen, dass wir Veränderungen in einer Organisation wie der BitBW nachhaltig und Aus einem Guss etablieren ist die Idee entstanden, mitarbeitenden Entwicklungen ein Stück weit von Personaremanagement, vielleicht klassisch in einem Personareverrat zu trennen und zusammen zu betrachten mit den Themen Führungskräfteentwicklung, Veränderungsmanagement, Kulturwandel und eben auch Kommunikation.

00:02:52: Und da haben wir unsere Kompetenzen einfach gebündelt und in unserem Stab zusammengefasst und das ist quasi unsere Aufgabe, Veränderung.

00:03:01: Bei uns im Haus.

00:03:03: Ja.

00:03:04: Von Anfang bis Ende zu denken.

00:03:06: Ja, von Anfang bis Ende auch zu begleiten.

00:03:09: Bei mit allen Aspekten.

00:03:11: Da kommen ja ganz schön viele Themen zusammen.

00:03:13: Was sind es denn für Themen, die da wirklich bearbeitet werden?

00:03:18: Einer Blumstrauß ist bunt.

00:03:24: Wir haben ein Programm, das nennt sich Kalschatbit-Bewee, da gehen wir ganz klassisch oder klassisch.

00:03:28: Aber da gehen wir wichtige Themen an wie, wie geben wir uns gut Feedback?

00:03:31: Wie können wir aus Fehlern lernen?

00:03:34: Also das ist eine gute Fehlerkultur.

00:03:37: Wir beschäftigen uns aber auch gleichzeitig mit der Frage, wie Mitarbeiter sich in der Organisation entwickeln, zum Beispiel von einem Bereich in den anderen.

00:03:47: Und vor allen Dingen mit Fragen der Führungskultur.

00:03:50: Also wie führen wir in einer Organisation, die sich in einem sehr kontinuierlichen Wandel befindet, die viele Veränderungen durchmacht, die sich modernisiert und neu aufstellt?

00:04:04: Und dazu gehört untrennbar miteinander verbunden.

00:04:06: halt auch die Frage, wie kommunizieren wir das?

00:04:08: Wir haben starken Fokus auf interne Kommunikation, aber auch wie vermitteln wir das unseren Kunden beispielsweise?

00:04:15: Kulturwandel, Wandel, Unternehmenskultur haben wir jetzt schon ein paar Mal angesprochen, um das erstmal vorweg zu definieren.

00:04:22: Was ist denn damit eigentlich gemeint, wenn wir darüber sprechen?

00:04:25: Wenn wir über Unternehmenskultur, die die Kultur einer Organisation sprechen, dann ist es vielleicht ein bisschen so etwas wie die Betriebssysteme des Unternehmens oder der Organisation.

00:04:37: Also alle informellen, formellen Regelungen, die Art, wie miteinander umgegangen wird, die Art, wie miteinander gearbeitet wird.

00:04:44: Häufig wird es in Verbindung gebracht mit so eher Softenthemen.

00:04:48: Also wir machen ein bisschen Kommunikation und gehen wertschätzend miteinander um und häufig wird sofort an Workshops und dergleichen gedacht.

00:04:57: Ich glaube aber, dass wir einen weiteren Begriff brauchen.

00:04:59: Also wenn wir über Kultur reden, reden wir auch immer über über die Struktur, also die wirklich, wie ist die Zusammenarbeit geregelt, aber auch wie treff werden Entscheidungen getroffen.

00:05:11: Was bedeutet Verantwortung in diesem Kontext?

00:05:14: Das ist also ein Thema, das wir nicht einmal behandeln.

00:05:17: Wir kümmern uns jetzt um Kulturwandel, zwei Jahresprojekt und dann haben wir eine schöne Abnahme und dann ist fertig, sondern das ist ein Dauerbrenner.

00:05:24: Immer.

00:05:25: Also, wenn man Kultur so als Exchange-Programm irgendwo ansetzt, das greift meiner Meinung nach zu kurz.

00:05:33: Es ist immer, als ist die kontinuierliche Weiterentwicklung von ... Unternehmen und es ist immer im Zusammenhang mit, wo will die Organisation hin?

00:05:42: Was verfolgt sie vielleicht auch strategisch?

00:05:46: Welche Struktur hat die Organisation?

00:05:49: Es ist immer sozusagen einfach nur ein Teil von etwas.

00:05:52: Also man verordnet keine Kultur und dann ist sie da, sondern sie wird tagtäglich gelebt.

00:06:00: Und die Kultur folgt im Endeffekt auch immer eher der Struktur.

00:06:03: Also wie ist eine Organisation aufgebaut, wie ist sie?

00:06:07: organisiert?

00:06:07: oder wie ist das?

00:06:08: Unternehmen organisiert und daraus entwickelt sich.

00:06:11: Gedeutet im Endeffekt, man in Kultur kann man nicht vorgeben, sondern Kultur entwickelt sich nicht wie jetzt.

00:06:19: Person A ist die Vorgesetzte von B, das ist jetzt die Regel und das wird jetzt eingehalten, sondern da muss man schon begleitend dabei bleiben.

00:06:27: Ja, ich glaube, sonst würden sich so viele Unternehmen damit nicht so schwer tun.

00:06:32: Eigentlich ist die Kultur das, was am schwersten zu verändern ist, weil eine Struktur kann man aufbauen und die Kultur folgt daraus.

00:06:39: Das heißt, das ist wirklich ein kontinuierlicher Prozess.

00:06:41: Und ich glaube, es war auch in dem Prozess in der BitBW immer so ein Dauerbrenner, wenn wir gesagt haben, na ja, wenn wir ein Kultur verordnen könnten, wäre es einfach.

00:06:50: Dessen ist das halt wirklich eine dauerhafte Begleitung der Organisation im Rahmen von Organisationsentwicklung.

00:06:55: Jetzt hast du immer wieder Organisation angesprochen.

00:06:58: Wir sprechen in diesem Podcast ja über die Landesverwaltung von Baden-Württemberg.

00:07:02: Das ist ja also diese Organisation sozusagen, um die es bei uns im Podcast immer geht.

00:07:07: Viele unserer vergangenen Gäste haben da immer wieder eben dieses Thema Kulturwandel angesprochen und da fragen wir uns natürlich, warum scheint denn das gerade in dieser Organisation Landesverwaltung Baden-Württemberg?

00:07:19: so ein wichtiges Thema zu sein.

00:07:21: Warum ist es den Leuten so wichtig, dass sie es auch hier immer wieder ansprechen?

00:07:24: Kannst du dir das erklären?

00:07:27: Ich glaube, wenn wir von Digitalisierung und vor allen Dingen von KI reden, fordert dieser vermeidlich technologische Wandel die Landesverwaltung oder die Verwaltung an sich halt massiv raus.

00:07:40: Digitalisierung KI im weitesten Sinne verändert halt wahnsinnig das Tempo, zum Beispiel von der Entscheidung.

00:07:47: Daten sorgen dafür, dass im Prinzip die Entscheidungsgrundlage sofort vorliegt.

00:07:52: Es geht alles ganz, ganz schnell.

00:07:54: Und dem widerspricht so ein bisschen die Verwaltungslogik.

00:07:57: Also

00:07:57: das heißt, klassische Verwaltung passt nicht direkt zu diesem IT-technischer Fortschritt und zu dem, was du gerade erwähnt hast.

00:08:05: Genau.

00:08:06: Das passt so erstmal nicht zusammen.

00:08:08: Wenn man es provokativ formulieren

00:08:10: kann.

00:08:10: Wenn man es provokativ sagen würde.

00:08:12: Ich glaube nicht, dass sozusagen Digitalisierung und Transformation per se nicht zur Verwaltung passt.

00:08:18: Das finde ich tatsächlich zu provokativ, aber es ist tatsächlich eine gewisse Herausforderung.

00:08:23: Und zwar aufgrund von verschiedenen Komponenten.

00:08:24: Also wir haben einmal die Geschwindigkeit.

00:08:26: Also wenn sofort alle Daten für eine Entscheidung vorliegen, dann ist halt die Frage, wer trifft dieser Entscheidung.

00:08:34: Und es steht das nicht in einer gewissen Spannung dazu, wie... Entscheidungen klassisch in einer hierarchischen Struktur in der Verwaltung getroffen werden.

00:08:42: Und auf der anderen Seite haben wir komplexere Probleme, als wir es noch vor zehn, zwanzig Jahren hatten, die eben nicht in klassischen Silos und so ist Verwaltung in der Regel organisiert im vertikalen Bereichen oder Silos, dass sie nicht vernetzt getroffen werden können.

00:09:00: Was für Probleme sind es denn jetzt anders?

00:09:05: Ich glaube, das ist ganz ganz unterschiedlich.

00:09:09: Verwaltung beschäftigt sich ja mit allen Sachlagen sozusagen der Lebensgestaltung.

00:09:14: Deswegen kann ich es gar nicht auf ein Beispiel oder verschiedene Beispiele unterbrechen.

00:09:19: Aber ich glaube gerade im Bereich IT wird es halt also jetzt in unserem Bereich sehr sehr deutlich, dass Probleme vernetzt sind oder einfach Herausforderungen vernetzt sind.

00:09:30: Und Häufig in der Problemlösung ja auch gar nicht so eindeutig.

00:09:33: Also es gibt Alte auch häufiger verschiedene Arten und Weisen, als es irgendwie oder verschiedene Lösungsansätze.

00:09:41: Und dann geht es eher darum, sich für eine Lösung zu entscheiden, als den ultimativen Weg zu haben.

00:09:46: Also dann geht es auch um Entscheidungsspielräume zum Beispiel oder um die Zusammenarbeit, dass das also sozusagen der Kulturwandel fördern sollte.

00:09:57: Kann man das so?

00:09:57: Das

00:09:57: auf jeden Fall eine Komponente davon.

00:10:01: Die Vernetzung auch untereinander.

00:10:02: nur ganz kurz.

00:10:02: Und dieses Silo, dieses Wort Silo ist bei uns ein alltäglicher Begriff.

00:10:07: Möchtest du ganz kurz erklären, was unter Silo denken gerade in der Verwaltung verstanden wird?

00:10:12: Dass Probleme oder Herausforderungen abgeschlossenen Einbereich geregelt werden können.

00:10:18: Also wo sozusagen die Information einfließt, diese verarbeitet wird, geprüft wird und entschieden wird.

00:10:24: Und dass das in einem abgegrenzten Bereich funktioniert.

00:10:27: Das ist zunehmend weniger... Zutreffend.

00:10:30: einfach, dass das so geht.

00:10:36: Kulturwandel bedeutet also auch, Arbeitsweisen und Denkmuster zu ändern.

00:10:40: Das wiederum wirkt sich unmittelbar auf die Digitalisierung der Verwaltung aus.

00:10:44: Ca.

00:10:45: zwei Drittel der Deutschen könnten sich vorstellen, bis zu zwei Tausend Dreißig alle Verwaltungsleistungen ausschließlich digital zu nutzen.

00:10:52: Besonders bei jüngeren Menschen, z.B.

00:10:54: der Generation Z, ist die Offenheit für Digital Only sehr hoch.

00:10:59: Sechs Prozent der Mitarbeitenden in der öffentlichen Verwaltung halten eine digital funktionierende Verwaltung bis dahin, aber für völlig unrealistisch.

00:11:07: Genau hier muss der Kulturwandel anknüpfen.

00:11:09: Das ist aber gar nicht so einfach, wenn die Rahmenbedingungen so bleiben wie bisher.

00:11:13: Denn in der überwiegenden Mehrheit der Behörden beträgt der Anteil der Mitarbeitenden, die sich mit Digitalisierung befassen, maximal zehn Prozent.

00:11:21: Leute, die sich aktiv um den Kulturwandel kümmern, sind noch seltener.

00:11:25: Das liegt vor allem an zu wenigen Stellen hierfür.

00:11:39: tut sich scheinbar etwas schwerer mit IT-Veränderungen als private Unternehmen.

00:11:44: Kannst du dir erklären, woran das überhaupt liegt?

00:11:47: Ich glaube, Verwaltung ist im gewissen Dilemma.

00:11:50: Wir haben großen Verhänderungsdruck, was die Arbeitsweisen, auch die Kultur angeht, durch Digitalisierung, durch KI.

00:11:56: Auf der anderen Seite sind die Strukturen in der Verwaltung so, dass sie langsamer sind in der Veränderung.

00:12:05: Und das aber auch aus Gründen.

00:12:07: Hierarchie hat auch in der Verwaltung kein Selbstzweck.

00:12:10: Verwaltung ist historisch gesehen und klassisch gesehen auf Stabilität ausgelegt.

00:12:14: Das hat was damit zu tun, dass sie der Rechtsstaatlichkeit verpflichtet ist, dass Entscheidungen darauf ausgelegt sind, dass sie nachvollziehbar sind, dass sie auf Gleichbehandlung ausgelegt sind.

00:12:25: Also ... ist halt auch die große Stärke der Verwaltung, dass sie berechenbar ist, dass sie stabil

00:12:32: ist.

00:12:33: Und das darf ja auch nicht verloren gehen.

00:12:34: Das darf

00:12:34: nicht verloren gehen, das ist ein ganz wesentlicher Bestandteil.

00:12:37: Und demgegenüber steht halt tatsächlich der Druck, sich auch anzupassen und zu verändern.

00:12:44: Und da ist die Verwaltung meiner Einschätzung nach einem ganz spannenden Spannungsfeld.

00:12:48: im Endeffekt, das ist einfach eine Herausforderung, ein Thema mit dem man umgehen muss und wo wir in die Gestaltung gehen müssen, ohne zu sagen, ja ... Da muss sich das und das ändern.

00:12:58: Da sind auch mehr Rahmenbedingungen gegeben, als jetzt ein Unternehmen hat.

00:13:01: Also ich meine, auch politisch gesehen ist da ja viel mehr Vorgaben, die halt auch die Sicherheit garantieren am Ende.

00:13:07: Ja, oder Verwaltung ist ja dann auch Garant dafür, dass Dinge eben auch umgesetzt werden.

00:13:11: Dazu kommen Regelungen wie tarifrechtliche oder Beamtenrechtliche Regelungen.

00:13:16: Also es ist im gewissen Maße einfach nicht vergleichbar mit dem Umfeld, in dem sich Unternehmen in der freien Wirtschaft bewegen können.

00:13:26: Wie macht man das jetzt?

00:13:26: Wie schafft man das?

00:13:27: Was sind denn Ansätze, die man dann verfolgen kann, um eben den Kulturwandel voranzutreiben, aber eben nicht dieses Sicherheit zu gefährden?

00:13:40: Ich glaube, ein wichtiger Punkt ist, dass man es ganzheitlich denkt, dass man eben nicht punktuell handelt, sondern schon versucht, die Organisation als Ganzes zu sehen.

00:13:50: Also einfaches Beispiel.

00:13:52: Es bringt nichts Mitarbeitende zu empowern und ihnen zu sagen, dass sie mehr Verantwortung übernehmen muss, wenn man nicht gleichzeitig was an der Führungsstruktur ändert.

00:14:03: Es ist halt nicht das Einzige, wir beschäftigen uns jetzt mal mit dem Thema Agilität oder ... Wir beschäftigen uns mit dem Thema Feedback-Kultur.

00:14:11: Wenn man Leute nach ihrer Meinung fragt, kann man nicht gleichzeitig in der Transparenz in seinen Entscheidungen sein.

00:14:16: Also, der Ansatz ist schon, es ganzheitlich zu sehen, weil, wenn wir punktuell Dinge einfordern, sie aber gar nicht zum Gesamtkonstrukt passen, wir eher in dem Bereich der Frustration geraten.

00:14:28: Und da gibt es ganz viele Ansätze, wir versuchen es, deswegen haben wir unseren Stab gegründet und die Themen so zusammengeführt, das ist in der Bit-Bewege ganzheitlich.

00:14:35: anzugehen, aber es ist ein Prozess, es ist auch ein langer Prozess.

00:14:39: Es gibt viel in der Verwaltung der Landesverwaltung, aber auch in der Bundesverwaltung spannende Ansätze.

00:14:45: Es gibt zum Beispiel in Baden-Württemberg vom Staatsministerium, der Masterplan für die Transformation der Verwaltung.

00:14:52: Auch hier ist er eher ein ganz altlicher Ansatz.

00:14:55: Und ich glaube aber, dass es in jeder Organisation auch einen stückweiten eigenen Weg gehen muss.

00:15:02: Also einfach mit einer Auseinandersetzung damit.

00:15:04: Also erst mal sehen, hey, wir haben hier eine gewisse Herausforderung.

00:15:08: Und wir gestalten das für uns und wir gehen damit um.

00:15:11: Das bedeutet im Endeffekt, es ist ja nicht so, das kann nicht ein Bereich erkennen wie jetzt unser Stab, okay, wir haben, wir scheinen Kulturwandel vorantreiben zu müssen, sondern es muss ja... in den Köpfen aller Mitarbeitende ankommen, dass das hier in den Prozess nötig ist, um weiterzukommen.

00:15:25: Weil es bringt ja nichts, wenn da zwei, drei Menschen vorangehen.

00:15:28: Sondern da muss ja im Endeffekt sehr viele mitziehen.

00:15:31: Wie kann man das denn lösen?

00:15:34: Ich glaube, indem man dran bleibt.

00:15:35: Also, indem man das als wirklich als kontinuierlichem Prozess betrachtet.

00:15:39: Man kann so starten.

00:15:40: Es gibt auch diese Ansätze, dass man erst mal mit Veränderungsinseln startet.

00:15:43: Erst mal hier was ausprobiert.

00:15:44: Das haben wir auch gemacht.

00:15:45: Das wird an anderen Stellen auch gemacht.

00:15:47: Quasi so ein bisschen Kulturwandel erprobt.

00:15:50: Aber irgendwann stößt das an seine Grenzen.

00:15:53: Dann hat man die Leute sozusagen mitgenommen, die Bock drauf haben.

00:15:57: Wenn das aber nicht genug sind, dann wird sich die Organisation nicht ändern, weil Strukturen sind stabil.

00:16:03: Ich glaube, der Trick ist irgendwann oder die Idee oder ein möglicher Ansatz, dass man Dinge miteinander verknüpft.

00:16:09: Wenn wir Mitarbeiter weiterentwickeln und befähigen, dass sie beispielsweise neue Themen anerkennen oder neue Themen übernehmen für sich.

00:16:18: Aber auch wenn wir Mitarbeiter so weiterentwickeln, dass sie mehr Verantwortung übernehmen wollen.

00:16:23: Also wenn wir weggehen von der Rolle der Regelanwendenden hin zu Menschen, die sich die einfach Daten quasi bewerten.

00:16:33: Denn widerspricht das klassischen, hierarchischen Wegen.

00:16:35: Und dieses Dilemma müssen wir ein bisschen auflösen.

00:16:38: Das heißt, wenn wir Mitarbeiter weiterentwickeln, reicht das punktuell nicht.

00:16:43: Wir müssen gleichzeitig auf jeden Fall über die Rolle von Führung in der Verwaltung oder in der einzelnen Organisation reden.

00:16:49: Das sind

00:16:49: wir wieder beim ganzheitlichen Denken.

00:16:50: Da sind wir beim ganzheitlichen Denken und im Weg von... Wir treffen Einzelentscheidungen auf relativ hoher hierarchischer Ebene, sondern... entwickeln uns vielleicht hin eher zu einer strategisch ausgerichteten Rolle von Führung.

00:17:05: Das kann nur funktionieren, wenn wir auch gleichzeitig wirklich Führungskräfte weiterentwickeln, auch darüber reden, wie Führung in der Verwaltung sich verändern muss.

00:17:13: Weil zum Beispiel das Thema Wissenshoheit ist halt irgendwie weg durch KI.

00:17:18: Also es ist nicht mehr die Referatsleitung oder die Abteilungsleitung, die alles weiß.

00:17:23: Es wird perspektivisch abgelöst.

00:17:25: Das heißt aber nicht, dass Führungskräfte, sozusagen, obsolet werden, sondern, dass sie einfach neue Aufgaben übernehmen.

00:17:31: Strategischer Arbeiten, eher den Rahmen geben.

00:17:34: Also Aufgaben, für die man vielleicht früher auch weniger Zeit hatte.

00:17:38: Um das mal positiv

00:17:39: zu betrachten.

00:17:41: Ja, auf jeden Fall.

00:17:41: Also, wenn wir keine Zeit mehr verlieren durch Einzelentscheidungen, weil eben nur an einer Stelle sozusagen das Wissensgebündel ist, bleibt mehr Zeit, den Rahmen zu setzen, in eine unterstützende Rolle zu gehen, aber eben auch strategische Aufgaben, eher in zukunftsgerichtete Aufgaben, war zunehmend eher gute Rahmenbedingungen für die Leute zu schaffen, die eben die Arbeit auch leisten.

00:18:06: Das ist jetzt sehr verkürzt dargestellt, aber am Endeffekt haben wir schon eine Veränderung sozusagen auch der Führungsrolle in Verwaltung.

00:18:14: Also wir stehen da jetzt vor einigen Herausforderungen, die wir alle gemeinsam anpacken werden.

00:18:19: Wenn du einen Wunsch frei hättest, der das Ganze ein bisschen einfacher machen würde, was würdest du dir dann wünschen?

00:18:26: Es gibt ganz viele Initiativen auf Bundesebene, Auflandesebene, die

00:18:32: dieses

00:18:32: den ganzheitlichen Ansatz, die wirklich dieses Zusammendenken von Technikentwicklungen hin auch zu einem Strukturwandel, Zusammendenken in Baden-Württemberg, zum Beispiel den Masterplan für die digitale Transformation und ähnliches.

00:18:47: Ich würde mir einfach wünschen, dass wir noch mehr Austauschformate tatsächlich auf den Ebenen zusammen haben, auch auf Landesverwaltungsebene, wo wir über die unterschiedlichen Ansätze, denn im Endeffekt, glaube ich, für jedes Haus sind sie auch ein Stück weit unterschiedlich, wo wir in den Austausch kommen und wo... glaube ich offen über die Herausforderung geredet wird, ohne sagen, da hat die Verwaltung ein Problem, sondern einfach in die gestaltende anstatt verwaltende Rolle zu gehen.

00:19:15: Also wie können wir diesen Wandel der Verwaltung noch mehr gestalten?

00:19:21: Was können die Häuser einzeln machen?

00:19:23: Ich habe jetzt natürlich sehr die Brille-Bit-Beweh auf, was wir machen können.

00:19:26: Aber auch was können wir insgesamt als Verwaltung machen?

00:19:29: Und da gibt es... ... viele Initiativen, ... ... viele Formate, ... ... zum Beispiel auch Digitalakademie, ... ... EdBW, wo Leute zusammenkommen, ... ... die sich mit ... ... Transformationsthemen beschäftigen ... ... und eben nicht nur mit der Technikbrille, ... ... sondern was resultiert auch strukturell ... ... und mindsetmäßig draus.

00:19:49: Ich glaube, wenn ich es runterbrechen würde, ... ... was würde ich mir wünschen?

00:19:52: Offenen Diskurs darüber, ... ... offenen Austausch mit den Mitarbeitenden, ... ... wie wollen wir diesen Weg zusammengestalten?

00:19:59: Also, nehmen wir mit ... Ganzheitlich denken, nicht punktuell.

00:20:04: Dann wird dann Schuh draus.

00:20:05: Und dann sind die Aussichten auch tatsächlich ziemlich gut.

00:20:10: Simone, vielen, vielen Dank für deine Zeit.

00:20:12: Vielen Dank, dass du da warst in unserem Podcast.

00:20:15: Sehr gerne.

00:20:16: Und wir hören uns beim nächsten Mal wieder.

00:20:18: Genau.

00:20:19: Vielen Dank, dass ihr dabei wart und denkt dran.

00:20:22: Das ist ein Abo-Dag.

00:20:26: Glocke.

00:20:26: Das ist ne Glocke,

00:20:27: ne?

00:20:27: Ich glaub

00:20:27: schon.

00:20:28: Vielen Dank.

00:20:29: Drückt da drauf, wo man uns abonnieren kann.

00:20:32: Dann seht ihr auch immer, wenn es neue spannende Folgen gibt.

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